Hilfe! Mein Kind geht online ...

30.06.2014 | Alexandra Thomas
Wenn Kinder online gehen

Gerade, wenn man als Erwachsener in einer Werbeagentur oder einem Medienunternehmen arbeitet, hat man täglich damit zu tun: Medien und das meist sagenumwobene Internet mit seinen Social Media Plattformen. Doch es gibt noch andere Berufe, die eben nicht Tag aus Tag ein damit zu tun haben und somit nicht den großen Überblick über Facebook, Twitter, Google und Co. haben. Doch was tun, wenn dann das eigene Kind online geht? Wenn man selbst womöglich bald keine Kontrolle mehr über das Schalten und Walten den Sprösslings in der virtuellen Welt hat? Hier gilt es für Eltern: dran bleiben und gemeinsam mit den Kindern Medienkompetenz entwickeln und ausbauen.

Dabei muss der Nachwuchs noch nicht einmal in einem sozialen Netzwerk angemeldet sein, schon allein das World Wide Web an sich bietet vielerlei Gefahren. So geht es schon allein damit los, zu beurteilen, ob nun eine bestimmte Website vertrauenswürdig ist, oder nicht. Ein falscher Klick und schon kann man sich einen der unzähligen Trojaner oder Viren einfangen – und das geschieht auch leider meist ganz unbemerkt. Bis man dann die “Infektion” bemerkt, ist es meist schon zu spät. Natürlich soll nun an dieser Stelle das Internet nicht im Allgemeinen verteufelt werden und so gar so schlimm ist es auch nicht, nur gibt es eben auch immer mehr und immer größere Risiken, die an dieser Stelle nicht verschwiegen werden sollen.

Doch was können Sie tun, um sich gegen die Gefahren zu wappnen? Zunächst einmal sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind lernen, die entsprechende Kompetenz im Umgang mit Websites allgemein zu erarbeiten. Hier geht es zu allererst darum, einschätzen zu können, ob eine Website und die darauf angebotenen Inhalte und Links vertrauenswürdig sind. Das ist beileibe kein Hexenwerk. Mit einer guten Portion gesundem Menschenverstand und der Bereitschaft, erst nachzudenken und dann zu handeln, ist das surfen im Internet genau so sicher, wie das Spielen im Sandkasten – ein Restrisko bleibt immer … überall. Daher ist es umso wichtiger, mögliche Gefahren frühzeitig erkennen zu lernen und entsprechende, automatische Handlungsweisen zu verinnerlichen, um auch in zweifelhaften Situationen den Überblick zu behalten. Dies können Sie gemeinsam mit Ihrem Sprössling tun und so gemeinsam die entsprechende Medienkompetenz erreichen.

Da mit steigendem Alter auch die Medienangebote umfangreicher werden, fangen Sie früh damit an, die Medienkompetenz Ihres Kindes zu fordern und zu fördern. Irgendwann schließlich wird es sich fast unweigerlich in einem der sozialen Netzwerke anmelden und verbieten sollten Sie es ihm nicht, denn wir alle wissen ja, die verbotenen Früchte sind immer noch am schmackhaftesten. Wenn Sie allerdings bereits früh damit begonnen haben, die Entwicklung medialer Kompetenz zu fördern, werden Sie sich um den verantwortungsvollen Umgang mit den Social Media Plattformen ebenfalls keine Sorgen machen müssen.

Stellt sich nun noch die Frage, wo der Computer stehen sollte, mit welchem Sie Ihren Nachwuchs in die weite Welt der Bits und Bytes schicken. Nun, grundsätzlich lässt sich sagen, da das Einstiegsalter im Jahr 2012 bei durchschnittlich 10 Jahren lag, dass gerade zu Beginn der Onlineaktivitäten, der Rechner an einem Platz stehen sollte, an dem die Eltern ebenfalls allgegenwärtig sein können, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger daneben zu stehen. Es ist daher ratsam, den Computer im Wohnzimmer oder einem anderen Gemeinschaftsraum stehen zu haben, damit man zwar ein Auge auf das kindliche Surfen haben kann, jedoch auch das Kind seine eigenen Erfahrungen sammeln kann. Ab welchem Alter es möglich ist, eigenverantworlich im Netz zu surfen, ist schlecht zu verallgemeinern, da es immer auf den persönlichen Entwicklungsstand des Kindes ankommt. Sie müssen es daher für sich selbst entscheiden, wann Ihr Kind über die nötige Medienkompetenz verfügt, um es selbstständig im Internet agieren lassen.

Doch halt, da fehlt doch noch was … Genau, das Smartphone. Auch hier gilt die Devise: Wenn das Kind genügend Medienkompetenz an den Tag legt, ist es auch bereit für ein Smartphone. Jedoch gilt es hier auch noch zu beachten, dass durch ein solches Handy das Kind ständig und überall die Möglichkeit hat, online zu gehen und dies schnell zu einer Art Sucht werden kann, da man für die Freunde ja ständig erreichbar sein möchte. Somit wird die Zeit, die man für die tägliche Pflege von “Freundschaften” online aufbringt immer größer und verkürzt die Zeit, die für Offlineaktivitäten und Hausaufgaben oder Lernen übrig bleibt. Auch hier gilt also für Sie als Eltern, dass Sie ein Auge darauf haben sollten, wie viel Zeit Ihr Kind täglich in die Nutzung des Smartphones steckt.

Doch nicht nur Eltern, auch Kitas, Kindergärten und Schulen stehen hier in der Pflicht, mit an der Entwicklung der kompetenten Mediennutzung beizutragen.

4 Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet:

  • Verbieten Sie nichts! Gehen Sie offen und interessiert an das Thema Medien heran. Es ist kein Hexenwerk.
  • Treffen Sie – gerade in der Anfangszeit – eine Vereinbarung um die Dauer und die Inhalte der Internetnutzung.
  • Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das World Wide Web und lernen Sie, wie beispielsweise die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook richtig konfiguriert werden.
  • Fördern Sie die Entwicklung einer kritischen Haltung gegenüber der Medien – nicht nur im Internet, auch im Allgemeinen – und machen Sie Ihrem Kind klar, dass es sich nicht immer um die Wahrheit handeln muss, nur weil die Aussage als Wahrheit deklariert ist.